Die Mischung macht’s bei den Stellvertretern

Das unschöne Gerangel um die Posten vor fünf Jahren mag noch in schlechter Erinnerung gewesen sein, denn diesmal klappte die Wahl der Stellvertreter des Oberbürgermeisters ohne peinliche Demontage von Ratsmitgliedern. Hatte vor fünf Jahren die CDU-Fraktion wegen ihrer absoluten Mehrheit in einer denkwürdigen Sitzung nach trotzigen Kampfabstimmungen alle vier Stellvertreter des OB für sich reklamiert, gab es diesmal lediglich bei Stellvertreter Nummer vier eine Stichwahl. Ohne Gegenkandidat und mit deutlicher Mehrheit des Ratsgremiums wird auch in der kommenden Legislaturperiode Klaus Hocher (CDU) die Kurstadt repräsentieren und Oberbürgermeister Hans Heribert Blättgen in Amt und Würden vertreten. Auf Anhieb und ohne Gegenkandidat schenkten dem Realschullehrer 38 Gemeinderäte ihr Vertrauen. Die Nummer zwei in der Stellvertreter-Hirarchie wird erstmals von einer Frau besetzt. Ebenso mit 38 Stimmen wurde die Bürokauffrau Gundi Störner (47) aus Zimmerhof von der SPD gewählt. Den Posten des dritten Stellvertreters bekleidet die kommenden fünf Jahre der 58-jährige Landwirt Volker Dörzbach (CDU) aus Treschklingen. Lediglich auf sieben Stimmen kam im ersten Wahlgang um den Posten des vierten OB-Stellvertreters Rüdiger Winter von der FDP/Freie Wähler, wobei sich dann in der Stichwahl mit einer Stimme Mehrheit Willi Freymeyer (SPD) aus Babstadt gegen Erwin Wagenbach (CDU) aus Wollenberg hauchdünn durchsetzten konnte. Unberücksichtigt blieb bei dieser geheimen Abstimmung der Appell von Bernd Hofmann (FDP/FW), die Stellvertreterposten entsprechend dem Wahlproportz zu verteilen. Bekanntlich hat die FDP/FW bei der Kommunalwahl am 7. Juni insgesamt fünf Sitze ergattern können und ist damit drittstärkste politische Kraft im 39-köpfigen Gremium. In der letzten Zusammenkunft vor der Sommerpause wurden darüber hinaus die Ausschüsse des Gemeinderats und dieMitglieder in sonstigen Gremien en block einstimmig gewählt. Grünes Licht gab der Rat für die Einrichtung einer Ganztagesgruppe im städtischen Kindergarten Fürfeld zum Beginn des Kindergartenjahrs 2009/2010. Hierfür sind allerdings Umbaumaßnahmen erforderlich, die vonseiten der Stadtverwaltung auf rund 52 000 Euro beziffert werden. Hierzu zählt unter anderem die Sanierung der Toiletten, Beschaffung von Mobiliar für den Schlafraum sowie den Einbau einer Küche. Mehrkosten gibt es für die Stadt auch wegen einer zusätzlichen Personalstelle. In der altersgemischten Ganztagesgruppe werden Kinder ab dem zweiten Jahr bis einschließlich Grundschulalter von 6.45 Uhr bis 16.45 Uhr betreut. Das Mittagessen für die Dreikäsehochs kommt von der Firma Meyer-Menü aus Neckarsulm. Die Stadt hat mit der genannten Firma wie es in der Sitzungsvorlage heißt „sehr gute Erfahrungen gemacht“, zumal bereits die beiden Kindertagesstätten Babstadt und der Kinderhort in Bad Rappenau versorgt werden.

Quelle: Rhein-Neckar-Zeitung, 29. Juli 2009